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Radwandern auf Mallorca oder Wir können ja schieben!

29. März 2013

IMG_0674Gruppenreise vom 26.02.-05.03.2013

Es ist schon erstaunlich, welche Eigendynamik ein einziger Satz manchmal haben kann.

Die Gruppe startete gut gelaunt und streikfrei in Hamburg. Nach einem ruhigen Flug empfing uns Mallorca allerdings mit grauem Himmel und Regen bei 15 Grad. Super!

Unser Hotel Castell de Mar in Cala Millor hatte gerade ein paar Tage geöffnet und es lief noch nicht alles rund, aber der Hotelmanager freute sich sehr auf uns. Vor allem, weil wir als erste Gruppe das vom Hotel ausgeschriebene Radwander-Programm gebucht hatten. Er nannte uns dann auch gleich liebevoll „seine Versuchskaninchen“.

Am nächsten Morgen ging es dann auch schon los mit hervorragenden Fahrrädern, Kettler-Citybikes mit 8-Gang Schaltung und Rücktrittbremse. Alle Radler wurden mit Helmen und Reiseproviant ausgerüstet und dann war unser Guide Christina auch schon da. Gut gelaunt, sehr motiviert und den Schalk im Nacken. Wir bemerkten allerdings schnell, dass sie uns dauernd anlog, was die nächsten Steigungen betraf .

„Nur noch 2 Berge“ rief sie und lachte. Ja, ja wer`s glaubt!

Die Touren waren ganz schön anstrengend und von den angesagten 30 km pro Tag, keine Spur. Es mogelten sich auf wundersame Weise immer mehr dazu. Wir vermuteten nach kurzer Zeit, dass es sich hier um mallorquinische Kilometer handeln muss. Obwohl wir am Ende des Tages manchmal ganz schön geschafft waren von den Bergauf-Touren, (es ging irgendwann ja auch wieder bergab) haben wir viele schöne Seiten Mallorcas gesehen.

Zum Beispiel Arta‘ die historische kleine Stadt mit der Kirche hoch oben auf dem Hügel, von wo man einen fantastischen Blick über die ganze Stadt hat. Dort lässt es sich wunderbar in den engen Gassen sitzen und einen „Cafe con Leche“ in der Sonne genießen, Wir haben Ses Paisses gesehen, eine bronzezeitliche Siedlung, die einen staunen lässt, was die Menschen in dieser Zeit bereits leisten konnten.

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Und unsere Christina hat uns dann auch noch wilden Spargel am Wegesrand gesucht, den wir dann natürlich probieren mussten.

Abends traf sich die Gruppe im Hotel-Restaurant am Buffet, was keine Wünsche offen ließ – Schlemmen ohne Ende war angesagt. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir, dass sich das Wetter wieder verschlechtern sollte und ich sagte in die Runde:

„Es ist für morgen leider wieder Sturm und Regen angesagt, das macht aber nichts, wir sind ja flexibel und können schieben!“

Dieser Satz sorgte für verdutzte Gesichter, bei einigen bildeten sich auch ein paar Denkfalten auf die Stirn. Weil ich aber noch einmal dringend ans Buffet musste, bekam ich das gar nicht so mit. Irgendwann fragte dann einer meiner Radler, wie das denn nun gemeint war, diese Sache mit dem SCHIEBEN…

„Na, unsere Touren werden wir einfach auf andere Tage verschieben, wenn es wieder schöner ist, was sonst?“

„Ach so, ich dachte wir sollen dann halt das Rad schieben, wenn es zu sehr stürmt und regnet“ Dieses Missverständnis sorgte natürlich für großes Gelächter, und so wurde der Satz „Wir können ja auch schieben“ zu unserem Begleiter auf der restlichen Reise.

An den folgenden Tage meinte es das Wetter wieder gut mit uns, und so waren auch die folgenden Touren wunderschön. Es ging von Cala Millor über Capdepera bis Cala Ratjada, sowie nach Porto Cristo mit dem schicken Jachthafen. Der Busausflug am letzten Tag führte uns über Pollentia, Pollenca, Alcudia durch eine gigantische Hochgebirgslandschaft vorbei am Kloster Lluc nach Fornalutx, eines der schönsten Bergdörfer der Insel. Ein zünftiges, spanisches Mittagessen in einem kleinen Restaurant mit traumhaften Blick ins Tal und ein Spaziergang durch die Orangenhaine machte den Tag perfekt.

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Radwandern auf Mallorca war eine gute, wenn auch anstrengende Idee. Die nächste Reise geht Ende September nach Kanada und ich bin sehr gespannt was uns dort erwartet.

Und RESPEKT vor dieser Gruppe, ihr habt die Touren klasse gemeistert. Ehrlich, ich war so manches Mal froh mein Rad „schieben“ zu können,

im wahrsten Sinne des Wortes.

Monika Rabe  Das Reiseticket, Schönberg

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One Comment leave one →
  1. 12. Juni 2013 09:32

    Hallo,
    danke für den interessanten Artikel.
    Eine Radwanderung in Mallorca habe ich auch schonmal unternommen, aber nur eine kurze. Gerade wegen den vielen Bergen fand ich sie sehr schön, wenn auch anstrengend. Im Moment plane ich eine längere Radwanderung dort und konnte so bessere Eindrücke davon gewinnen, was mich dann erwartet. Danke!

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